125 Tage leben | Rezension
Klappentext
Wie schafft man es, das erste Jahr auf dem College zu überleben?
Man legt sich die richtigen Geheimnisse zu …
125 Tage hat Harper Zeit, um ihren Eltern zu beweisen, dass sie sich in einer fremden Stadt ein neues Leben aufbauen kann. 125 Tage, in denen sie sich von Problemen jeder Art fernhalten muss, bis Gras über ein paar sehr persönliche Angelegenheiten gewachsen ist. Doch ihr Vorsatz droht bereits am ersten Tag zu scheitern, als sie vor dem Wohnheim des Little Springs Colleges Liam begegnet. Er sieht mörderisch gut aus, ist ziemlich scharfsinnig, setzt sich für den Tierschutz ein und ist alles, was Harper im Moment nicht gebrauchen kann. Liam scheint das anders zu sehen, denn ihre Wege kreuzen sich auf mysteriöse Weise immer wieder, und bald muss sich Harper eingestehen, ihr altes Leben vor dem neuen nicht ewig verstecken zu können …
Titel: Littler Springs 01 – 125 Tag leben
Autor:Tina Köpke
Verlag: Romance Edition
Dilogie: Little Springs
01 – 125 Tage leben
02 – 175 Mit Dir
Erhältlich als Paperpack für 13,99€
Meine Meinung
Story und Charakter
Die Geschichten aus dem New Adult haben meistens einen ähnlichen Verlauf der Story, spielen im College, haben eher stumpfe Charakter und sind dann noch mit Klischees überladen – so kenne ich das Genre. Stets die selber Leier, als würde man ein und dasselbe Buch nur mit verschieden benannten Protagonisten lesen. Das war jetzt vielleicht etwas übertrieben. Aber wenn ich gerade so darüber nachdenke, dann kann ich meine Aussage auch nicht verneinen. Trotzdem ist das jetzt alles sehr oberflächlich und das soll jetzt auch nicht mein Thema der Rezension sein. Zudem möchte ich auch nicht alle Bücher aus dem Genre in einen Topf werfen. Schließlich stelle ich euch jetzt meinen persönlichen Lichtblick, ein Highlight, aus dem New Adult Genre vor, welche mir wieder eine Hoffnung gibt.
Doch mein erster Eindruck war nicht positiv. Wenn ich ehrlich bin, hat mich das Buch nicht überzeugt. Das Cover und der Klappentext schreien förmlich nach New Adult. Aber das Äußere täuscht. Denn bereits während der Leseprobe war es um mich geschehen. Ich bin dem Buch verfallen und wollte nur noch weiterlesen. Mir wurde wieder einmal bewusst: nicht jedes Cover muss mir gefallen, um ein fesselndes Leseerlebnis zu gestalten. Denn der wirkliche Schatz liegt innerhalb des Buches, zwischen den Sätzen, Kapiteln und Seiten versteckt. Sowie die Geschichte von Harper und Liam – Ein Roman voller natürlicher, realitätsnaher und vor allem humorvoller Elemente, welche besonders bei den Dialogen und den zwischenmenschlichen Handlungen zur Geltung kommt.
125 Tage, ein knappes viertel Jahr, bekommt Harper Zeit ihr eignes Leben aufzubauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch wo würde ein verrücktes und eigenständiges Leben wohl besser funktionieren, als auf dem College? Allerdings verläuft ihr erster Tag im beschaulichen Little Springs nicht so wie erhofft. Denn sie rennt unverhofft in Liam. Das Alles klingt erstmal sehr klischeehaft und es hätte auch so werden können, wäre da nicht die tatsächliche Umsetzung. Denn Harpers Denk- und Sichtweise sind, nicht nur in der Situation, grandios! Ihre Persönlichkeit ist einfach nur Liebenswert. Zwar ist sie zu Beginn noch etwas zurückhaltend, trotz dessen ist sie nicht auf den Mund gefallen und lässt sich nicht so leicht beeindrucken oder aus der Ruhe bringen. Daher ist der erste Dialog (und auch folgende Gespräche) mit Liam echt kurios abgelaufen und hat bei mir ein schmunzeln ausgelöst. Ich bin mir sicher, jede andere Protagonistin hätte in Harpers Lage anders und banaler reagiert. Aber bereits ihre Reaktion beweist ihre Charakterstärke. Dennoch ist Harper nicht makellos. Sie weiß, sie hat ihre Fehler und Macken. Doch sie wächst über sich hinaus und erkennt ihren eignen Wert. Diese wachsende Selbsterkenntnis und Akzeptanz bringt eine erstaunliche Charakterentwicklung hervor.
„Manchmal muss man etwas riskieren, um glücklich zu sein“ – S. 349
Zwar merke ich, dass es direkt nach dieser und weiteren Begegnungen eine bestimme Spannung zwischen Harper und Liam gibt, aber im folgenden Verlauf schwirren Harpers Gedanken um ihr „neues“ Leben und weitere Themen. Zu diesem gehört unter anderen ihre neue Mitbewohnerin Grace. Gute Laune und Verrücktheit in einer Person vereint. Mit ihrer außergewöhnlichen Art war sie mir vom ersten Momentan an sympathisch. Aber auch Harper gewinnt eine besondere Freundschaft, welche sie durch das Buch hinweg begleitet. An dieser Stelle möchte ich noch den nerdigen Riley erwähnen, welche eine Protagonisten Rolle im zweiten Band einnimmt. Er ist zwar schüchtern, aber mit Grace und Harper zusammen, ein unschlagbares Trio!
Mit Liam hingegen, entwickelt sich ihre Freundschaft und Beziehung langsam und erst nach einiger Überwindung vollkommen. Ab Spätestens diesen Punkt erkannte ich den echten Charakter. Denn hinter dem eher egozentrischen und wahrhaft gutaussehenden Typen, verbirgt sich eine hilfsbereite, loyale und humorvolle Seele. Jemanden, mit dem man durch dick und dünn gehen kann. Die entstandene Chemie zwischen den Charakteren ist klasse und ein bedeutender Punkt, weil die Gefühle so real und nachvollziehbar sind. Aus diesem Grund kommen auch die knisternden und humorvollen Momente nicht zu kurz. Außerdem schweigen sich die Protagonisten bei aufkommenden (und verständlichen) Streitereien nicht an, sondern versuchen den Konflikt mit Kommunikation zu lösen, wie normale Menschen. Diese realen Verhältnisse sind problemlos in die fortlaufende Handlung mit eingebunden. Dabei hat Tina Köpke diesen harmonischen und fließenden Übergang zwischen Charakter und Story mit Bravur gemeistert, sodass jegliche Spannung nicht verloren geht.
Im Endeffekt dreht sich dieses Buch (nicht wie ich es anfangs vermutete) nicht nur um eine Liebesgeschichte, sondern es werden auch andere Themen betont, welche Harper am eignen Leib durchlebt. Das Erwachsenwerden in Verbindung mit Selbstzweifeln sind legitime Problematiken, welche auf eine gefühlsvolle und tiefgründige Weise besprochen werden. Gerade am Ende der Geschichte bekommt das Buch ein neues Gesicht und verdeutlicht, das Vertrauen wichtig ist und jede Entscheidung folgen hat. Der Weg war uneben, aber die Protagonisten bekommen ihr Happy End, sodass das Ende mit dem plötzlichen Cliffhanger mich sprachlos zurück ließ.
Cover und Schreibstil
Das Cover ist jetzt nicht unbedingt mein Fall und hat mich, wie ich bereits erwähnte, am Anfang sogar leicht abgeschreckt. Denn schließlich schreit das Motiv nach New Adult. Aber dennoch harmonieren die einzelnen Bildelemente miteinander und sie sind irgendwie schön anzusehen. Im Endeffekt hat mich die Geschichte hinter dem Cover überrascht, welche aus meiner Sicht so gar nicht Genre typisch ist. Mit viel Feingefühl hat Tina Köpke die unterschiedlichsten Charaktere erschaffen, welche mir innerhalb kürzester Zeit an mein Herz gewachsen sind. Zudem haben sie mir immerzu und besonders mit ihren Gesprächen ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Weiterhin wirkt sich nicht nur auf die Figuren, sondern auch auf den Plot der natürliche, realitätsnahe Schreibstil positiv aus. Es werden keine nicht vorhandenen Dramen aufgezwungen, um eine unnatürliche Spannung zu erzeugen. Vielmehr formen die Charaktere die Handlung. Somit entsteht eine eigene Dynamik, welche mich nicht losgelassen und von Seite zu Seite getragen hat.
Fazit
New-Adult Bücher sind Klischeehaft und meist sehr Vorhersehbar. In Folge dessen habe ich mich von diesem Genre distanziert. Aber Tina Köpke veränderte meine Sichtweise mit „125 Tage leben“. Mit jeder Seite des Buches merkt man, wie viel Herzblut der Autorin darin steckt. Neben den Charakteren, welche allesamt Liebenswert sind, beweist sie auch, dass es keinen mysteriösen Bad Boy für eine vernünftige Liebesgeschichte braucht. Zudem wird an Humor nicht gespart. Mit dieser Harmonie fließt auch die Story. Es werden keine unnötigen oder gezwungen Dramen erzeugt und die typischen Klischees werden nur hauchzart angedeutet. Es entsteht eine Leichtigkeit, welche mit wenigen, aber passenden Emotionen, Spannungen und überraschenden Wendungen einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen erobert. Schlussendlich kann ich euch dieses Buch nur empfehlen und ans Herz legen es zu lesen. Lest. Dieses. Buch. Allerdings endet es mit einem echt unerwartet fiesen Cliffhanger - also haltet euch Band 2 bereit!






















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